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Sunday, 20 May 2012
Die Wehrmachtshaftanstalt von Küstrin Drucken E-Mail

Schloss Küstrin / Hofansicht

Gekürzter Auszug aus der CD „1945 - Von Küstrin über Seelow / Die Ereignisse entlang der Reichsstraße 1"

In der Nacht zum 30.01.1945 hatte es wieder einmal geschneit und die winterlichen Temperaturen waren noch immer bitter kalt. Ein leichter Wind flog dazu über die Landschaft und bildete kleine feine Schneespiele in der Luft. Die Straßen nach Küstrin waren vollkommen verstopft von den Flüchtlingen aus dem Osten. Die beiden Straßen von Landsberg und Sonnenburg, die durch das große Warthe-Bruch von einander getrennt sind, verbinden sich wieder in Küstrin und über dessen Oder-Brücke zog der Flüchtlingsstrom nach Westen.

Die von Hitler und seinen Generälen angezettelte Ostfront kam näher und überquerte die Reichsgrenze. Der um 14,00 Uhr im Radio übertragende Wehrmachtsbericht meldete... „Im Obra-Abschnitt und nördlich der Netze bei Driesen rückt der Feind mit starken Panzerkräften in westlicher Richtung an. Schwere Kämpfe sind im Gange...“

Keine sehr erfreulichen Nachrichten und es ist unruhig in Küstrin geworden. Gerüchte wurden laut, daß die Rote Armee bereits viel weiter vorangekommen sei und sich vor Landsberg befinde. Die Stadt Landsberg / Warthe liegt nur 45 km auf der Reichsstraße 1 entfernt. Sichere Aussagen für die Küstriner Bevölkerung gab es jedoch noch nicht.

Schlossturm Küstrin Die Stadt Küstrin wurde bereits am 25.Januar 1945 zur Festung erklärt. Der Festungskommandant von Küstrin, der Generalmajor Adolf Raegener, versuchte mit dem Bau von Stellungen und der Bildung einer Festungsbesatzung dem gerecht zu werden. Die Unruhe in Küstrin erreichte auch das Schloß in der Altstadt am Ufer der Oder. In der Schloß-Kaserne hatte man, von den meisten Küstriner Einwohnern relativ unbemerkt, ein ganz besonderes Gefängnis eingerichtet. Diese Häftlinge gehörten zur Wehrmachtshaftanstalt von Küstrin und wurden verantwortlich bewacht von Major Fritz Leussing.

Die etwa 40 Häftlinge waren keine gewöhnlichen Insassen einer Haftanstalt und waren im Reich mehr oder minder sogar mit dem Namen sehr bekannt. Der Kommandant der Wehrmachtshaftanstalt von Küstrin, Major Fritz Leussing, ließ seine prominenten Häftlinge in Ruhe und gewähren. Die Fenster waren vergittert, aber die Stubentüren blieben offen. Man durfte den Innenhof des Schlosses zum Spaziergang nutzen oder gestattete sogar das hören von so genannten Feindsendern. Was in der Regel streng verboten war.

Die Gründe für ihre Inhaftierung waren unterschiedlich. Direkte oder Indirekte Beteiligung an der Operation „Walküre“ vom 20.Juli 1944 und dem Tag vom Attentat auf den Führer Adolf Hitler. Daraus resultierende Sippenhaft für Angehörige ersten Grades, deren Väter bereits hingerichtet wurden oder den Freitod wählten.

Unter den Küstriner Gefangenen zählte man den: ...


Der vollständige Artikel ist auf der Website - Die Entwicklung an der Reichsstraße 1 in der Rubrik "Allee der Gehenkten" nachzulesen.


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